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Lups e.V. - Selbstdarstellung: Sachzusammenhang und Rollenbeschreibung

 

Klassenraumgestaltung und Nachhaltigkeit

Innenraumgestaltung ist Rezeptur, Elixier, Therapie und integrative Kraft in einem. Nachhaltige Klas­senraumgestaltung soll das physische, das psychische und das soziale Wohlbefinden der Menschen dauerhaft gewährleisten. Durch eine nachhaltige lernfördernde Raumgestaltung werden sowohl Phy­sis als auch Psyche und die soziale Rolle von Menschen im Raum entsprechend ihren Bedürfnissen nach Sicherheit, Orientierung, Identifikation und Konzentration gestärkt. Nachhaltige Klassenraumge­staltung setzt Standards und stellt die Instrumente, die nachhaltiges, verantwortungsbewusstes Ver­halten sowie eigenständiges kreatives Spiel eines jeden Einzelnen zulassen. Nachhaltiges Handeln und Verhalten aller Raumnutzer, Schüler und Lehrer, muss Spaß machen und Freude bereiten.

Die vier Grunddimensionen nachhaltiger Raumgestaltung sind: Funktion, Form/Proportion, Material und Farbe. Hinzu kommen die energetisch besonders bedeutsamen Raumparameter Licht, Akustik, Raumluft und die Temperatur. Eine aktive Klassenraumgestaltung nach dem Prinzip der Nachhaltig­keit - also zur optimalen Deckung der Bedürfnisse heutiger Nutzer unter Berücksichtigung der Bedürf­nisse künftiger Generationen - arbeitet integrativ und bezieht sich auf alle vorstehend genannten Dimensionen und Raumcharakteristika.

Quelle: Nachhaltige Innenarchitektur BDIAImpulse_2_2010

 

Raumgestaltung und Lernen (über Nachhaltigkeit)

Die entwicklungsbiologischen Wurzeln des Menschen üben unbewusst starken Einfluss auf das menschliche Verhalten aus. So zeigen Menschen bei der Nutzung von Räumen spezielle Verhaltens­muster. Es geht dabei u.a. um Sicherheit und Überblick – man sucht sich, wenn es geht, Plätze, an denen man die Wand im Rücken und einen freien Blick zur Tür hat. Heutige Menschen bewegen sich fast ausschließlich in künstlich geschaffenen Umwelten. Im Verlaufe der Evolution sind wir aber sehr lange in der freien Natur unterwegs gewesen. Schulgebäude mit Klassenzimmern sind demgegenüber neuzeitliche Erfindungen, an die unsere genetischen Grundlagen nur bedingt angepasst sind. (Vgl. „Die Psychologie der Raumgestaltung“ von Joerg Heidig, 20. April 2012 [http://blog.prozesspsychologen.de/die-psychologie-der-raumgestaltung/].)

Dementsprechend sind Räume nie neutral, sie sind immer auch "Erzieher" und "Bewirker". Räume können zum Handeln, Experimentieren und Lernen anregen. Die Raumgestaltung bietet Anlässe für soziale Interaktion, Kommunikation, Gespräche und den Austausch der Menschen untereinander. Genauso kann Raumgestaltung aber Menschen unruhig, unzufrieden oder aggressiv werden lassen. Die Wirkung des Raumes beeinflusst die Atmosphäre und die sinnliche Wahrnehmung, was wiederum zu Wohlbefinden und Ausgeglichenheit führt. (Vgl. „Pädagogische Wirkungen von Räumen“ von Inge­borg Becker-Textor [http://www.kindergartenpaedagogik.de/1674.html].)

Raumgestaltung beeinflusst den Lernerfolg. Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass innovative Raumge­staltungen und Arbeitsmöbel das Lernverhalten und die Zusammenarbeit von Schülern spürbar ver­bessern können. Es existiert eine Vielzahl an Wechselwirkungen zwischen Möblierung, Design, Grundrissgestaltung, Technologien und den Aktivitäten von Schülern und Lehrern. Ob sich Schüler und Lehrer wohl fühlen, motiviert sind und sich konzentrieren können, hängt u.a. von Größe, Lichtver­hältnissen, Akustik und Atmosphäre des Lernraumes ab. So können aus innovativen Raumkonzeptio­nen zugleich auch neue didaktische Konzepte entstehen. Um Lernorte räumlich definieren zu können, ist es notwendig, die unterschiedlichen Varianten des Lehrens und Lernens zu verstehen. Entspre­chend der verschiedenen Arten des Lernens (Lernen, Zusammenarbeiten, Vertiefen, Netzwerken) existieren unterschiedliche Typen von Lernumgebungen. (Vgl. https://www.steelcase.com/eu-de/forschung/artikel/themen/bildung/wie-die-raumgestaltung-den-lernerfolg-beeinflusst/)